In Italien gibt es verschiedene Arten von gnocchi di patate - italienische Kartoffelknödel - je nach Zutaten variieren auch Form und Größe. Gute Beispiele sind die lombardischen gnoc de la cua, eine Mischung aus erbette (Kräutern wie Brennnessel, Spinat oder Bärlauch), Semmelbröseln und Eiern, die gnoc de schelt, kleine Gnocchi aus Buchweizen- und Kastanienmehl, Kafui´Blumenkohl-Gnocchioder die aus Friaul stammenden gnocheti de gries, die eine Mischung aus Grieß und Eiern sind.

Das älteste Gnocchirezept der italienischen Küche
Das älteste Knödelrezept der italienischen Küche ist aber gewiss die gnocchi di pane (Brotknödel). Man erzählt, dass eine Feier ohne diese aus Brot zubereiteten und unter dem Namen zanzarelli bekannten gnocchi für die Sforza die wichtigste Renaissancefamilie Mailands zwischen 1450 und 1535 befremdlich war. Der Teig der zanzarelli bestand aus Brot, Mandeln und Käse, manchmal sogar mit Spinat, der den Geschmack der Gnocchi verfeinerte. Den zanzarelli folgten die malfatti, kleine Gnocchi, in denen Brot und Mandeln mit Mehl und Eier ersetzt wurden.

Die gnocchi di patate, eine Mischung aus Kartoffeln und Mehl, die in Süditalien auch mit Eiern zubereitet werden, kamen erst nach der Entdeckung Amerikas auf die italienischen Tafeln. Einer kuriosen Legende nach ist der italienische Physiker und Erfinder der Batterie, Alessandro Volta, der Vater des Rezeptes. Man erzählt, dass Volta den französischen Apotheker Antoine Parmetier am Hof von Louis XVI kennenlernte. Parmetier, der während des Siebenjährigen Krieges zwischen Frankreich und Deutschland gefangen genommen wurde, erzählte dem Physiker, sich in der Gefangenschaft nur von Kartoffeln ernährt zu haben. Dies wunderte Volta sehr, denn man hielt Kartoffeln zu der Zeit für giftig. Volta erfuhr somit, dass Kartoffeln durch das Kochen genießbar wurden. Überzeugt nahm der Physiker einige Pflanzen auf seine Heimreise nach Como (Lombardei) mit und am Rand des italienischen Sees fing er an, Kartoffeln anzubauen.
Beim Kochen sowie bei der Arbeit war Volta innovativ und experimentierfreudig. So mischte er einmal Kartoffeln mit Mehl und schaffte durch Zufall dieses köstliche Gericht.
Konsistenz
Der Gnocchiteig soll locker und zart sein, dennoch sollen die gnocchi beim Kochen nicht zerfallen. Wenn man zu viel Mehl in den Teig einarbeitet, werden die Gnocchi zäh und das Aroma des Mehls unterdrückt das von den Kartoffeln. Sollte anderseits das Mehl zu wenig sein, fallen die Gnocchi beim Kochen auseinander. Eine genaue Angabe zur Dosierung des Mehls ist leider schwer festzulegen, weil diese von der Kartoffelqualität abhängig ist.
und Tricks
Ein Trick, um diese Schwierigkeit zu umgehen, ist es, den Gnocchiteig mit wenig Mehl zuzubereiten und den ersten gnocco (ein Teigstück) in kochendes Wasser zu geben, um festzustellen, ob er zerfällt oder nicht. Sollte dies doch der Fall sein, arbeitet man noch Mehl in den Teig ein. Ein zweiter Trick ist, die richtige Kartoffelsorte zu wählen. Alte Kartoffeln eignen sich am Besten für die gnocchi, denn sie haben einen niedrigen Wassergehalt. Demzufolge vermeidet man Heurige Kartoffeln, weil diese zu wässerig sind. Auch mehlige Kartoffeln eignen sind besser als Festkochende für die Zubereitung. Sie sind trockener und haben einen hohen Stärkegehalt, der für die Festigkeit der Gnocchi wichtig ist.

Der Rigagnocchi
Die traditionelle Zubereitung der Gnocchi verlangt, dass man die geschnittenen Teigstücke sanft über ein rigagnocchi (Gnocchibrett) rollt, um die exakten und typischen Rillen zu bekommen. Falls man kein riganocchi besitzt, wird jedes Teigstück mit Daumen und Zeigefinger gegen eine mit Mehl bestreute Gabel gedrückt, um eine ähnliche Rille einzudrücken.
Falls Sie wie ich immer wieder in Eile sind, dann überspringen Sie einfach diesen Schritt. Man bemerkt keinen Unterschied im Geschmack, auch wenn optisch der Unterschied deutlich sichtbar ist. Vielleicht sind sie in diesem Fall nicht in Einklang mit der Tradition aber sicher mit dem italienischen Alltag.
Die Sauce
Der Saucen zu den Gnocchi sind verschieden und bleiben der Phantasie und dem Geschmack überlassen. Die beliebtesten Varianten sind jedoch geschmolzene Butter mit Salbeiblättern, Tomatensauce, Ragout (sowohl alla Bolognese mit wenig Tomatensauce oder - wie man es in Süditalien zubereitet - mit viel Tomatensauce) oder Pesto. Die Gnocchi sollen mit reichlich frisch geriebenem Parmesankäse bestreut werden. Viele meinen, dass die beste Gnocchi-Sauce aus Sorrento (Kampanien) ist. Hier werden die Gnocchi mit Tomaten, Mozzarella und frischem Basilikum serviert.
Erdäpfelgnocchi: Zarte Knödel mit einem Hauch von Heimat
Erdäpfelgnocchi sind ein Paradebeispiel für behaglichen Genuss und den feinen Geschmack von Kartoffeln in seiner besten Form. Die kleinen, zarten Knödel aus gekochten Kartoffeln, Mehl und einer Prise Salz schmelzen förmlich auf der Zunge und überzeugen mit ihrer sanft-erdigen Note. Sie sind weich, leicht und perfekt, um Aromen wie Salbeibutter, würzige Tomatensauce oder ein kräftiges Ragù aufzunehmen. Jeder Bissen bringt ein Gefühl von Wärme und Gemütlichkeit - das pure Vergnügen der Hausmannskost in einer italienischen Tradition.
📖 Recipe

Gnocchi di Patate (Kartoffelgnocchi)
Kochutensilien
- 1 großer Topf (für Kartoffeln) oder Drucktopf und für die Gnocchi
- 1 Kartoffelpresse (oder Stampfer; Presse ist besser)
- 1 Küchenwaage
- 1 Arbeitsfläche oder großen Brett
- 1 Messer oder Teigkarte
- 1 Schaumlöffel
Zutaten
Für den Teig
- 1 kg Kartoffeln, mehlig
- 200-300 g Mehl
- 1 Prise Salz
Zubereitung
- Für den Teig die Kartoffeln waschen und in Salzwasser mit der Schale weichkochen. Kartoffeln schälen und noch heiß durch die Kartoffelpresse auf die leicht bemehlte Arbeitsplatte drücken.
- Die gepressten Kartoffeln leicht salzen, dann nach und nach so viel Mehl unterkneten bis ein glatter Teig entsteht. Der Teig soll locker und zart sein und doch nicht mehr an den Fingern kleben.
- Den Teig zu fingerdicken Rollen drehen und zwei bis drei Zentimeter lange Stücke abschneiden. Die Teigstücke auf ein Küchentuch legen, mit wenig Mehl bestreuen, dann nach und nach in kochendes Salzwasser geben und bei geringerer Temperatur gar ziehen lassen.
- Sobald diese zur Oberfläche des Wassers schwimmen, mit einem Schaumlöffel herausnehmen und gut abtropfen lassen.
Notizen
Nährwerte
Häufige Fragen zu Gnocchi di Patate
- Welche Kartoffeln eignen sich für Gnocchi di Patate?
Am besten eignen sich mehlig kochende Kartoffeln. Sie enthalten weniger Wasser und mehr Stärke, was einen lockeren Teig ermöglicht und den Mehlbedarf reduziert. - Warum werden Gnocchi manchmal gummiartig oder zäh?
Gnocchi werden gummiartig, wenn der Teig zu stark bearbeitet oder geknetet wird. Durch die mechanische Bearbeitung bildet sich Gluten im Mehl, wodurch der Teig elastisch wird und die Gnocchi ihre zarte Struktur verlieren. Der Teig sollte daher nur kurz zusammengeführt werden. - Wie viel Mehl braucht man für Gnocchi di Patate?
Die Mehlmenge hängt stark vom Wassergehalt der Kartoffeln ab. Als Richtwert gelten etwa 200-300 g Mehl pro Kilogramm Kartoffeln. Entscheidend ist die Konsistenz: Der Teig soll weich, aber formbar sein. - Kann man Gnocchi di Patate ohne Ei zubereiten?
Ja. Klassische Gnocchi di Patate werden traditionell ohne Ei hergestellt. Dadurch bleiben sie besonders zart. Ein Ei ist nicht notwendig, wenn die Kartoffeln trocken genug sind und der Teig vorsichtig verarbeitet wird. - Wann sind Gnocchi richtig gekocht?
Gnocchi sind gar, sobald sie an die Oberfläche des siedenden Wassers steigen. Danach sollten sie zügig abgeschöpft und weiterverarbeitet werden. - Kann man Gnocchi vorbereiten oder einfrieren?
Ungekochte Gnocchi lassen sich gut einfrieren. Am besten friert man sie einzeln auf einem Blech vor und gibt sie anschließend in einen Gefrierbeutel. Sie können direkt gefroren ins Wasser gegeben werden.
Erdäpfelgnocchi selbst gemacht - probieren Sie es aus!
Gönnen Sie sich den Genuss dieser selbstgemachten Gnocchi und entdecken Sie, wie einfach und köstlich sie sind. Lassen Sie mich wissen, welche Sauce Ihre Gnocchi begleitet hat und wie Ihnen das Rezept gefallen hat. Ich freue mich auf Ihr Feedback! Danke und Buon Appetito!





Claudia Hirsch meint
waren gerade am gardasee und haben gnocchi gekocht.
hab jetzt in italien die Kartoffeln gefunden für gnocchi.
aber welches mehl verwendet man in Österreich
glattes oder griffiges ...???????
Ale meint
Hallo Claudia,
glattes oder universal
Liebe Grüße, Ale
Bernd meint
Vielen Dank für das tolle Rezept!