Ein cremiges Tiramisù, eine luftige Dessertcreme oder eine samtige Pastasauce - Mascarpone gehört zu den vielseitigsten Zutaten der italienischen Küche. Sein milder Geschmack und seine unvergleichlich cremige Konsistenz machen ihn seit Generationen zu einem festen Bestandteil vieler klassischer Rezepte. Die meisten greifen ganz selbstverständlich zum Becher aus dem Supermarkt. Dabei lässt sich Mascarpone überraschend einfach selbst herstellen und schmeckt oft sogar frischer und aromatischer als gekaufte Produkte.
In diesem Mascarpone Rezept zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du hausgemachten Mascarpone zubereitest. Außerdem erfährst du, woher die italienische Spezialität stammt und worauf es bei der Herstellung wirklich ankommt.

Die Geschichte des Mascarpone - eine Spezialität aus der Lombardei
Mascarpone stammt aus der Lombardei im Norden Italiens und gehört zu den traditionsreichsten Spezialitäten der Region. Lange bevor er zur wichtigsten Zutat des Tiramisù wurde, war er bereits fester Bestandteil der lombardischen Küche.
In den fruchtbaren Ebenen rund um Lodi, Cremona und Mailand spielte die Milchverarbeitung seit Jahrhunderten eine bedeutende Rolle. Aus der frischen Milch stellte man Butter her und verarbeitete das besonders fettreiche Schlagobers rasch zu Mascarpone oder anderen Milchspezialitäten weiter. So entstand wahrscheinlich auch Mascarpone - eine einfache und zugleich geniale Möglichkeit, den wertvollen Rahm zu nutzen.
Im Gegensatz zu den meisten Käsesorten stellt man Mascarpone nie mit Lab her. Stattdessen brachte man das Schlagobers mit einer milden Säure zum Gerinnen und ließ es anschließend langsam abtropfen. Das Ergebnis war eine außergewöhnlich cremige Spezialität mit mildem Geschmack und einer samtigen Konsistenz.
Über viele Generationen blieb Mascarpone vor allem in der Lombardei bekannt. Erst im 20. Jahrhundert fand er seinen Weg in die Küchen ganz Italiens und später in die ganze Welt - nicht zuletzt durch das berühmte Tiramisù.
Bis heute hat sich an der Herstellung kaum etwas geändert. Noch immer braucht es nur hochwertiges Schlagobers, etwas Säure und genügend Zeit
📖 Recipe

Mascarpone selber machen - einfaches Rezept mit Schlagobers
Kochutensilien
- 1 Topf groß
- 1 Küchenthermometer
- 1 Schneebesen
- 1 Kochloffel
- 1 Sieb
- 1 Käsetuch
- 1 Schüssel groß
- 1 Deckel groß
Zutaten
- 2 l Schlagobers, oder Sahne (mindestens 35 % Fett)
- 60 ml Zitronensaft
Zubereitung
Mascarponeselber machen - Schritt für Schritt
1.Schlagobers erhitzen
- Das Schlagobers in einen Topf geben und unter gelegentlichem Rühren langsam auf 82 bis 85 °C erhitzen. Es darf nicht kochen.
Zitronensaft einrühren
- Den Zitronensaft zugeben und vorsichtig verrühren. Die Temperatur zwischen 82 und 85 °C halten und die Mischung etwa fünf Minuten sanft rühren. Das Schlagobers beginnt dabei leicht einzudicken. Dieser Schritt sorgt dafür, dass sich später die typische Mascarpone-Struktur bilden kann. Den Topf vom Herd nehmen und die Mischung auf Raumtemperatur abkühlen lassen. Während dieser Phase sollte die Masse möglichst nicht mehr gerührt werden. Fett und Eiweiß bilden nun langsam ein feines Netzwerk, das später für die Konsistenz verantwortlich ist.
Abtropfen lassen
- Ein Sieb mit einem Käsetuch auslegen und über eine Schüssel stellen. Die Mischung hineingießen und anschließend 12 bis 24 Stunden im Kühlschrank abtropfen lassen. Je länger der Mascarpone abtropft, desto fester wird seine Konsistenz. Währenddes Abtropfens sollte die Masse nicht umgerührt werden.
Mascarpone fertigstellen
- Den fertigen Mascarpone vorsichtig aus dem Tuch nehmen und mit einem Löffel oder Schneebesen kurz cremig rühren. Dadurch wird die Konsistenz besonders gleichmäßig und streichfähig. Anschließend in ein verschließbares Glas oder eine Frischhaltedose füllen und im Kühlschrank aufbewahren.
Notizen
Mit ein paar einfachen Regeln gelingt selbstgemachter Mascarpone besonders zuverlässig:
Verwende Schlagobers mit mindestens 35 % Fett.
Erhitze das Schlagobers langsam auf 82 bis 85 °C, ohne es kochen zu lassen.
Verwende möglichst frisch gepressten Zitronensaft.
Rühre die Masse nach dem Säuern nur noch so wenig wie nötig.
Lasse den Mascarpone mindestens 12 Stunden, besser 18 bis 24 Stunden abtropfen.Erst nach dem Abtropfen den Mascarpone einmal kurz glatt rühren.
Haltbarkeit
Selbstgemachter Mascarpone hält sich gut verschlossen 3 bis 5 Tage im Kühlschrank.
Da er ohne Konservierungsstoffe hergestellt wird, schmeckt er in den ersten Tagen am besten und sollte möglichst frisch verbraucht werden.
Ausbeute
Aus 1 Liter Schlagobers erhältst du - je nach Fettgehalt und Abtropfzeit - etwa 250 bis 350 g Mascarpone.
Die genaue Menge hängt vor allem davon ab, wie lange der Mascarpone abtropfen darf: Je länger die Molke abläuft, desto fester wird der Mascarpone und desto geringer fällt die Ausbeute aus.
Nährwerte
Häufige Fragen zum selbstgemachten Mascarpone
Probleme & Lösungen
Warum wird mein Mascarpone nicht fest?
Lass den Mascarpone mindestens 12 Stunden, besser 18 bis 24 Stunden im Kühlschrank abtropfen.
Wenn der Mascarpone nach dem Abtropfen noch sehr weich ist, kommen meist mehrere Ursachen infrage:
- Das Schlagobers wurde nicht auf 82 bis 85 °C erhitzt.
- Die Temperatur wurde nicht lange genug gehalten.
- Es wurde zu wenig Zitronensaft verwendet.
- Das Schlagobers hatte einen Fettgehalt von weniger als 35 %.
- Die Abtropfzeit war zu kurz.
Warum wird mein Mascarpone zu flüssig?
Mascarpone bleibt von Natur aus cremig und streichfähig. Ist er jedoch fast gießfähig, liegt das häufig an einer zu niedrigen Temperatur, einer zu kurzen Abtropfzeit oder an Schlagobers mit zu wenig Fett. Oft genügt es, den Mascarpone einige Stunden länger abtropfen zu lassen.
Warum wird mein Mascarpone körnig?
Körniger Mascarpone entsteht häufig, wenn das Schlagobers zu stark erhitzt wurde oder sogar gekocht hat. Auch zu kräftiges Rühren oder starke Temperaturschwankungen können die feine Struktur beeinträchtigen.
Zutaten & Technik
Kann ich Mascarpone mit H-Sahne herstellen?
Ja, grundsätzlich funktioniert auch haltbares Schlagobers. Frisches pasteurisiertes Schlagobers liefert jedoch meist die besseren Ergebnisse, da es etwas stabiler gerinnt und eine besonders cremige Konsistenz ergibt.
Warum braucht Mascarpone mindestens 35 % Fett?
Der hohe Fettgehalt ist entscheidend für die typische Cremigkeit von Mascarpone. Mit fettärmerem Schlagobers wird der Mascarpone häufig weicher, weniger stabil und verliert einen Teil seines vollmundigen Geschmacks.
Kann ich statt Zitronensaft Essig verwenden?
Ja. Weißweinessig oder milder Apfelessig eignen sich ebenfalls zum Säuern des Schlagobers. Geschmacklich wirkt Mascarpone mit Zitronensaft jedoch meist etwas feiner und ausgewogener.
Kann ich den Mascarpone während des Abkühlens oder Abtropfens umrühren?
Nein. Nach dem Säuern sollte die Masse möglichst nicht mehr bewegt werden. Während des Abkühlens und Abtropfens bilden Fett und Eiweiß ein feines Netzwerk, das für die typische cremige Konsistenz verantwortlich ist. Häufiges Umrühren kann diesen Prozess stören und dazu führen, dass später mehr Molke austritt. Erst nach dem vollständigen Abtropfen solltest du den Mascarpone einmal kurz glatt rühren.
Kann ich Mascarpone ohne Lab herstellen?
Ja. Traditioneller Mascarpone wird grundsätzlich ohne Lab hergestellt. Stattdessen sorgt eine milde Säure - meist Zitronensaft oder Weinsäure - dafür, dass das Eiweiß im Schlagobers gerinnt. Deshalb gehört Mascarpone zu den wenigen italienischen Käsespezialitäten, die sich ganz ohne Lab herstellen lassen.
Warum genau 82-85 °C?
Diese Temperatur ist entscheidend für eine gute Gerinnung. Unter etwa 80 °C verändern sich die Eiweiße oft nicht ausreichend. Über 85 °C kann das Fett ausflocken und der Mascarpone eine körnige Konsistenz bekommen.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Wie lange hält sich selbstgemachter Mascarpone?
Gut verschlossen hält sich selbstgemachter Mascarpone etwa 3 bis 5 Tage im Kühlschrank. Da er keine Konservierungsstoffe enthält, sollte er möglichst frisch verzehrt werden.
Wissenswertes über Mascarpone
Wie entsteht Mascarpone?
Durch die Säure verändern sich die Milcheiweiße im Schlagobers. Zusammen mit dem hohen Fettgehalt entsteht ein feines Netzwerk, das Fett und Flüssigkeit bindet. Beim anschließenden Abtropfen läuft überschüssige Molke ab und der Mascarpone erhält seine typisch cremige Konsistenz.
Kann ich Mascarpone einfrieren?
Ja. Nach dem Auftauen kann die Konsistenz etwas körniger werden. Für Tiramisù, Cheesecake, Dessertcremes oder Saucen ist er dennoch gut geeignet.
Utilizzo in cucina
Wofür kann ich selbstgemachten Mascarpone verwenden?
Selbstgemachter Mascarpone eignet sich nicht nur für Tiramisù. Er passt ebenso hervorragend zu vielen anderen süßen und herzhaften Gerichten.
Besonders beliebt sind:Tiramisù, Cresepelle, Dessertcremes, Cheesecake, Mousses, Risotto, cremige Pastasaucen.
Kann ich Mascarpone ohne Thermometer herstellen?
Ja, grundsätzlich ist das möglich. Ein Küchenthermometer erleichtert die Herstellung jedoch deutlich und sorgt für gleichbleibende Ergebnisse.Ohne Thermometer solltest du das Schlagobers langsam erhitzen und kurz vor dem Siedepunkt vom Herd nehmen. Die Sahne darf nicht kochen, sondern sollte nur leicht dampfen und am Topfrand erste kleine Bläschen bilden. Werden zu hohe Temperaturen erreicht, kann der Mascarpone körnig werden oder sich nicht optimal verfestigen.Wenn du regelmäßig Mascarpone oder andere Käsespezialitäten selbst herstellst, lohnt sich die Anschaffung eines Küchenthermometers.
Was macht man mit der Molke?
Die abgetropfte Molke muss nicht weggeworfen werden. Du kannst sie für Brot-, Pizza- oder Pastateig, Pfannkuchen, Suppen, Smoothies oder sogar für selbstgemachtes Eis verwenden.
Mascarpone selber machen lohnt sich!
Mascarpone selbst herzustellen ist einfacher, als viele denken. Mit nur zwei Zutaten entsteht eine traditionelle italienische Spezialität, die besonders frisch, cremig und aromatisch schmeckt. Wer auf die richtige Temperatur achtet und dem Mascarpone genügend Zeit zum Abtropfen gibt, wird mit einem wunderbar cremigen Ergebnis belohnt, das sich hervorragend für Tiramisù, Desserts und viele weitere italienische Rezepte eignet.





Lina meint
Ich habe den Mascarpone für Tiramisu gemacht und alle waren begeistert. Ab jetzt mache ich ihn nur noch selbst