
Die Torta Mantovana ist ein einfacher, leichter, duftender Kuchen mit einer wunderbar goldenen Farbe, der für den Alltag gedacht ist.
Eine Süßspeise für die Speisekammer
In Italien würde man sagen „un dolce da dispensa“ (eine Süßspeise für die Speisekammer). Es ist also ein Kuchen, der immer bereit sein sollte. Er stillt den kleinen Hunger und ist da, um spontan Gäste zu bewirten.
Der Kuchen bleibt niedrig, dennoch er ist ganz weich. Pellegrino Artusi, der im Jahr 1820 in der Toskana geborene Begründer der italienischen Nationalküche, war der Meinung, dass die Süßspeise eineinhalb bis maximal zwei Finger hoch sein sollte. Begründer der italienischen Nationalküche war er deshalb, weil er als erster ein Buch schrieb, das sämtliche regionale Rezepte nach der Vereinigung Italiens 1861 zusammenfasste.
Die Geschichte der Torta Mantovana
Auf dem ersten Blick würde man denken, dass die Torta Mantovana ein Nachtisch aus Mantua ist, in Wirklichkeit ist es eine Spezialität aus Prato (Toskana). Es ist unklar, warum man ein toskanisches Dessert zu Ehren der lombardischen Stadt nannte.
Es wird gemunkelt, dass das Rezept ein Geschenk von einigen Klosterschwestern aus Mantua an Artusi während eines Aufenthalts des Feinschmeckers in der Stadt war. Als der Kritiker zurück in die Toskana kehrte, schenkte er die Rezeptur einem Freund, dem Besitzer der noch heute für die köstlichen Biscotti di Prato berühmten Konditorei Antonio Mattei aus Prato.
Die Marquise von Mantua
Der Kuchen wird auch mit der Marquise von Mantua in Verbindung gebracht. Die in der zweiten Hälfte des 15ten Jahrhunderts geborene Isabella d’Este galt als eine der bedeutendsten Personen in der Kultur und Politik der italienischen Renaissance. Die sehr diplomatische Politikerin war auch das Modevorbild ihrer Zeit.
Bekannt ist sie heute vor allem für die für sie abgefertigten Portraits u.a. das von Leonardo da Vinci und das von Tizian. Man erzählt, dass die Marquise sich auf einer ihrer Reisen nach Rom am Hof der Medici aufhielt. Als kleines Dankeschön für die Gastfreundschaft schenkte sie ihren Gastgebern ein Rezept aus ihrer Stadt. So verbreitet sich der Ruf dieses Kuchens zuerst in Florenz und dann in der ganzen Toskana und wurde zur Spezialität von Prato.
Um einen leicht höheren Kuchen zu bekommen, 5 g Backpulver dazugeben.
📖 Recipe
TORTA MANTOVANA
Zutaten
- 170 g Mehl
- 170 g Zucker
- 150 g Butter, weich
- 120 g Pinienkerne , oder Mandelsplitter oder Pinienkerne und Mandelsplitter
- 1 Ei , bei Raumtemperatur
- 4 Dotter, bei Raumtemperatur
- 1 Prise Salz
- 1 Schale Zitrone, gerieben
Für die Form
- Mehl
- Butter
Zum Servieren
- Puderzucker
Zubereitung
- Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Backform (24 cm) einfetten, mit Mehl bestreuen oder mit Backpapier auslegen. Mehl sieben. Butter im Wasserbad schmelzen und abkühlen lassen. Zitronenschale reiben.
- In einer Schüssel Eier mit Zucker und Salz schaumig schlagen, bis einerseits die Masse sehr hell und luftig cremig ist, anderseits die Zuckerkristalle vollständig aufgelöst sind. Mehl löffelweise in die Masse hinzufügen und vorsichtig von unten nach oben vermengen. Zitronenschale und Butter vorsichtig unterrühren.
- Masse gleichmäßig in der Form verstreichen, Mandeln/Pinienkerne auf der Oberfläche des Kuchens gleichmäßig verteilen. Masse im Ofen 30 bis 40 Minuten backen.
- Nach 30 Minuten die Stäbchenprobe machen – Holzstäbchen in den Kuchen stecken. Bleibt kein Teig daran kleben ist der Kuchen gar.
Vom Ofen nehmen und abkühlen lassen. Mit Puderzucker bestäuben und kalt servieren.
Notizen
Nährwerte
Idealerweise kann man Torta Mantovana gemeinsam mit den Ricciarelli zubereiten, da man dort vier Eidotter und hier 4 Eiklar benötigt. So hat man zwei Speisen, die sich perfekt für eine Kaffeejause eignen.
Buon appetito!
Wolfgang Krob
Habe die Torta am Samstag gebacken. Ist wunderbar geworden.
Beim Umrechnen auf meine 20cm Form (x 0,7) ist mir ein kleiner Fehler passiert, weil ich den Faktor bei den Eiern (4 Stk x 0,69 ~~ 3 Eier) vergessen hatte. Wurde damit ca. doppelt so hoch wie auf deinen Bilder, ist aber ganz fluffig und schmeckt sehr gut.
Deinem Rat folgend, habe ich auch gleich die RICCIARELLI SENESI gemacht. Allerdings sind mir immer noch zwei Eiklar übergblieben 😉
Die Kekse sind auch ganz super. Da bin ich total davon begeistert, wie cremig die im Inneren sind.
PS: Das Spargelrezept, das du mir vorab geschikt hast, habe ich auch schon nachgekocht. Habe auch die Butterbrösel gemacht (ich mag es wenn da ein bißchen was crunchy dabei ist). Hat auch wunderbar geschmeckt.
PPS: EIne große Bitte noch: Es gibt einige Tortenrezepte, wo kein Durchmesser dabei steht. Verwendest du als Standard 24cm?
Liebe Grüße, Wolfgang
Ale
Lieber Wolfgang das freut mich sehr.
Ja normalerweise ist es so.
Liebe Grüße Ale
bella
Ich liebe diesen Blog!
Danke, Bella
Ilse
Ich habe sie heute endlich gebacken, und das Rezept ist großartig. Danke!
Ale
Danke liebe Ilse, dass du dir Zeit genommen hast, es mir zu erzählen.
Ich freue mich sehr, dass der Kuchen dir schmeckt
Liebe Grüße, Ale
Valerie
Ein herrlicher Kuchen. Einfach köstlich!