Strangolapreti (Priester -Würger) - Grüne Nockerl mit Geschichte
Wer das Rezept erfunden hat, weiß man nicht mehr. Wann es berühmt wurde, jedoch schon - galten die kleinen Knödel doch während des Konzils von Trient als Lieblingsgericht der in der Stadt versammelten geistlichen Würdenträger.

Ein Rezept für vier Jahreszeiten
Strangolapreti sind eine rustikale Spezialität aus Trentino-Südtirol und bereits in den Kochbüchern des 15. Jahrhunderts zu finden. Die Hauptzutaten sind gewürfeltes, in Milch eingeweichtes Brot und grünes Blattgemüse, die dann mit Eiern und Mehl zu Nockerl verarbeitet werden. Strangolapreti schmecken herrlich mit Mangold (nur das Grüne), Grün- oder Schwarzkohl, Spinat sowie jungen Brennnesseln. Strangolapreti findet man heute in vielen Regionen Italiens, allerdings gibt es auch eine Nudelsorte (Strozzapreti) mit diesem Namen.
Eifersüchtige Ehemänner und gierige Priester
Gerade im katholischen Italien wirkt der Name des Gerichts - Strangolapreti (Strozzapreti) heißt wörtlich übersetzt „Priesterwürger" - doch recht respektlos: Einerseits wird erzählt, dass sich gierige Prälaten durch hastiges Essen oft an den Nockerl verschluckten. Andererseits war es vielerorts Brauch, dass nach der Messe die Frauen der Gemeinde abwechselnd den Priester zum Mittagessen zu sich einluden. An diesem Tag bekam der Diener Gottes sowohl den Ehrenplatz am Tisch als auch die größte Portion. Beides stand normalerweise dem Hausherrn zu. Und es mag den einen oder anderen gegeben haben, der dem Priester wünschte, beim nächsten Bissen zu ersticken.
📖 Recipe

Strangolapreti (Priesterwürger)
Zutaten
- 500 g Brot, hart, und weiß
- ca. ½ l Milch, genug, um das Brot zu bedecken
- 500 g Spinat
- 30 g Butter
- 2 Eier
- 50 g Parmesan, gerieben
- nach Geschmack Muskatnuss, gemahlen
- 100 g Mehl
- nach Bedarf Salz
- Semmelbrösel, falls notwendig
Zum Servieren
- 120 g Butter
- 15 Salbeiblätter
- 50 g Parmesan, gerieben
Zubereitung
- Die Semmel in kleine Würfel schneiden, in eine Schüssel geben, mit heißer Milch übergießen und ziehen lassen. Salzwasser zum Kochen bringen, den gewaschenen Spinat weich blanchieren und danach fein hacken. In einer Pfanne Butter aufschäumen und den Spinat in der Butter andünsten, bis die Flüssigkeit verdampft ist.
- Jetzt den Spinat mit Eiern, Käse, Muskatnuss und Mehl unter die eingeweichten Semmel mischen und alles kräftig abschmecken. Die Masse 10 Minuten ziehen lassen. Sollte die Masse zu feucht sein, geben Sie etwas Semmelbrösel hinzu.
- In einem großen Topf gesalzenes Wasser aufkochen. Aus der Masse kleine Knödel rollen oder mit zwei Teelöffeln Nockerl formen. Im heißen Wasser (unter dem Siedepunkt) ziehen lassen. Die Strangolapreti sind gar, sobald sie an die Oberfläche schwimmen.
Notizen
Die Trentiner Küche tendiert zur zweiten Variante: Dafür zerlassen Sie Butter in einer Pfanne und braten die Salbeiblätter bei mäßiger Hitze an.
Um den rustikalen Geschmack der Strangolapreti zu verstärken, können Sie auch etwas fein geschnittenen Speck mitrösten.
Nährwerte
Strangolapreti - Norditalienische Brot-Gnocchi
Diese traditionellen Brot-Gnocchi aus der Region Trentino sind nicht nur eine köstliche Möglichkeit, altes Brot zu verwerten, sondern auch eine wahre Delikatesse der italienischen Küche. Zubereitet mit Spinat, Parmesan und Muskatnuss, werden die Strangolapreti oft mit zerlassener Butter und Salbei serviert. Ein einfaches Gericht, das voller Geschmack steckt!
Buon Appetito!
Ich hoffe, dieses Rezept bringt dir ein Stück Norditalien in die Küche und begeistert deine Geschmacksknospen. Wenn du die Strangolapreti nachgekocht hast, freue ich mich über dein Feedback oder einen Kommentar zu deinen Erfahrungen.
Grazie mille und buon appetito!





Thomas Schnitzer meint
Moin!
Danke für das Rezept!
Da ich gerade auf 3sat eine Sendung über Italien gesehen habe, würde ich gerne anmerken, dass dort gesagt würde, dass kein Italiener "Parmesan" sagen würde, weil es ein amerikanischer (!) Oberbegriff für beliebigen Hartkäse ist.
Und da ich vor drei Tagen "Grenzenlos köstlich im Trentin" mit Björn Freitag u.a. zu Strangolapreti gesehen habe, im Original wird Trentingrana verwendet, Parmiggiano oder Grana Padano "nur" als Ersatz, wenn man keinen bekommen kann. Der soll deutlich intensiver im Geschmack sein, aber hier im Rheinland bekomme ich den höchstens online.
Viele Grüße!
Tom
Ale meint
Das ist korrekt, lieber Tom – danke für deinen aufmerksamen Hinweis! 😊
Da das Rezept ursprünglich aus dem Trentino stammt, wird es traditionell mit Trentingrana zubereitet – einem wunderbar würzigen Käse, der dem Gericht eine besondere Note verleiht. Leider ist er im normalen Handel außerhalb Italiens oft schwer erhältlich. Deshalb empfehle ich in meinen Rezepten häufiger Parmesan oder Grana Padano als leicht verfügbare Alternativen – auch wenn sie geschmacklich etwas milder sind.
Aber du hast recht: Wer die Möglichkeit hat, an Trentingrana zu kommen, sollte ihn unbedingt probieren!
Viele Grüße
Alessandra
Scarlett Hermann-Schenk meint
Hallo, ich liebe die Strangolapreti und will das für eine große Feier machen (also 30 stück). Wie aber halte ich sie warm oder wie lange vorher kann ich die Klösse vorbereiten, so dass sie noch frisch schmecken?
Vielen Dank für deine Antwort im Voraus.
LG Scarett
Ale meint
Hallo,
schön dass dir die Strangolapreti so gut schmecken.
In deinem Fall wurde ich sie im Voraus formen und im Wasser kochen, im Backofen bei 40° C warmhalten und in der letzten Minute auf die Teller geben mit der heißen Butter aufgießen und mit Parmesan bestreuen.
Liebe Grüße, Alessandra
Burkhard Grimm meint
Sind die Strangolapreti ein Hauptgericht oder eher eine Beilage zu z.B. Hühnchen ? Werde sie dieses Wochenende mit frischen Brennesseln und Bärlauch machen !
Viele Grüße, Burkhard
Ale meint
Lieber Burkhard,
Strangolapreti ist ein "primo piatto". In Italien werden sie als erster Gang serviert, d.h. als Gericht, das einem Fleisch- oder Fischgericht mit Gemüse vorausgeht. Natürlich müssen Strangolapreti nicht zwingend auf diese Weise serviert werden. Auch wenn es für uns Italiener schwierig ist, kohlenhydratreiche Gerichte wie Reis, Nudeln, Gnocchi oder Spätzle mit einem Fleisch- oder Fischgericht zu kombinieren - wir bevorzugen Polenta, Brot oder Kartoffeln - heißt das nicht, dass es nicht köstlich sein kann.
Frohe Ostern
Liebe Grüße, Alessandra